Engaged in some non-teaching related research, I’m currently working at the Bodleian Library. (How healthy this environment, how refreshing for one’s mind, one’s brain.)

Sitting also amongst Freshers and other students, of course, I began thinking of those former pupils of mine who have just begun their studies at their respective universities. (And I cannot help but feeling some envy.)

When, a couple of months ago, a good friend of mine told me to get up from my cosy sofa every now and then, and “live”, and “go somewhere and do something”, even if there’s a conference on pupils’ grades the next day (and it did work, we went to the theatre, we saw a play, we discussed it, enjoyed ourselves and I quite refreshed at the conference the next day), I thought I had learnt my lesson. Leading a life beyond teaching and marking is essential for good teaching and marking. Now I have learnt my next lesson: we must never stop learning. Active learning – doing what we used to be good at before we switched sides: academic research.

Thinking back to my former pupils: get up from your cosy sofas, away from your consoles, go somewhere, do something, and then go back, keep reading and studying: these are the best times for your brains and minds. May they never end. Make them never end.😉

Vor ein paar Tagen hatte meine Inszenierung von Hugo v. Hofmannsthals Jedermann Premiere. Es ist das erste StĂŒck, das ich mit dem neu gegrĂŒndeten Thalia Theater am Leibniz-Gymnasium in Pirmasens erarbeitet habe. Es ist auch gleichzeitig meine erste ernstzunehmende Theaterarbeit in deutscher Sprache.
Die erste Fassung des Programmhefttextes ist entsprechend auch gewaltig ,,in die Hose gegangen”, wenn man das Publikum bedenkt, an das das Programm sich wendet (SchĂŒlerinnen und SchĂŒler eines Gymnasiums nĂ€mlich, ihre Eltern und Freunde, und erst in allerletzter Linie die Lehrerinnen und Lehrer, von denen dann auch nur ein Bruchteil Germanist, Theologe oder Philosoph ist). Dennoch glaube ich, dass dieser Text besonders gut die meiner Inszenierung zugrundeliegenden Ideen darstellt, daher möchte ich ihn auf diesem Wege, quasi unabhĂ€ngig vom eigentlichen Theatererlebnis, zur Diskussion stellen. Das Originalprogramm, AuffĂŒhrungsphotos und -berichte kann man in den folgenden Tagen auf der Homepage des Theaters sehen (ich werde die Links hier im Artikel aktualisieren):  http://leibniz-gymnasium-pirmasens.de/


 

Hugo v. Hofmannsthal [Bild]

Geboren am 1. Februar 1874 in Wien und gestorben am 15. Juli 1929 ebenda.

 

Die Kunst des Fin de SiĂšcle drohte zur Methode der Unterhaltung degradiert zu werden. Sozial wurde diese kĂŒnstlerische (Fehl)entwicklung begleitet von einer aufstrebenden Massengesellschaft, die von den StĂ€dten aus das Zusammenleben grundlegend Ă€nderte und anonymisierte. Alte familiĂ€re Strukturen wurden irrelevant, traditionelle Gesellschaftsschichtungen umgewirbelt, grundlegende Vereinbarungen ĂŒber MachtverhĂ€ltnisse aufgelöst und neu verhandelt. Waren es frĂŒher Adel und MilitĂ€r, die mit ihren Ehr- und Ordnungsbegriffen den Zusammenhalt der Gemeinschaften garantierten, kamen nun BĂŒrgerliche und Industrielle und beanspruchten genau diese Aufgaben. Noch 1900 sieht Schnitzlers „Lieutenant Gustl” den einzigen Ausweg aus dem Dilemma, dass er sich – als Soldat – duellieren muss, aber dass sein Gegner – als BĂŒrgerlicher – nicht satisfaktionsfĂ€hig ist, im Selbstmord. Bereits 1917 hat dann der bĂŒrgerliche(!) „MilliardĂ€r” in Georg Kaisers „Die Koralle” als Großindustrieller quasi das soziale Szepter ĂŒbernommen, schon die pure Idee der SatisfaktionsfĂ€higkeit scheint hier aus einer anderen Welt zu stammen.

 

In die Zeit dieses Umbruches fĂ€llt nicht nur der erste Weltkrieg, sondern auch die Entstehung unseres Jedermanns. Hugo von Hofmannsthals Anliegen war es, die Kunst von der Aufgabe der Unterhaltung zu lösen und als „reine Kunst” (l’art pour l’art) positiv auf das Volk wirken zu lassen, dessen IdentitĂ€t und Ordnung durch die Ă€ußeren UmstĂ€nde ins Wanken geraten sind. In diesem Sinne ist der Jedermann ein Beispiel des Theaters als Lehranstalt. Der RĂŒckgriff auf Texte des Mittelalters geschieht aus zwei GrĂŒnden. Zum einen sind dies Geschichten, die von allen Mitgliedern der Volks- und Kulturgemeinschaft als gemeinsame Basis, als intellektuelle Wurzeln, anerkannt werden; und zum andern bietet die Ă€ußere Form der gebundenen Sprache die Möglichkeit, „Kunst” als solche erfahrbar zu machen und von der Umgangssprache so weit wie möglich zu entfernen. GrundsĂ€tzlich dem Brechtschen Verfremdungseffekt Ă€hnlich, soll hier aber nicht durch „KĂŒnstlichkeit” Distanz, sondern durch „Kunst” NĂ€he geschaffen werden.

„Dramatische Gebilde dieser großen simplen Art sind wahrhaftig aus dem Volk hervorgestiegen. Vor wen sollten sie als wiederum vor das Volk? [
] Wie aber, daß wir das Abgestorbene, das UnzeitgemĂ€ĂŸe vor sie gebracht hĂ€tten! Es wird in unserer Zeit gar zu viel Wesens gemacht von unserer Zeit. [
] Das Wohltuende fĂŒr den Dichter liegt darin, unsĂ€glich gebrochenen ZustĂ€nden ein ungebrochenes WeltverhĂ€ltnis gegenĂŒberzustellen, das doch in der innersten Wesenheit mit jenem identisch ist.“ (Das Spiel vor der Menge, 1911).

 

Im Jedermann tritt die neue Ordnung auf in Gestalt des Mammon. Geld regiert die Welt, dem Geld wird alles untergeordnet, ĂŒber Geld definiert man sich, mit Geld erkauft man sich das Wohlwollen der anderen Menschen. Doch scheitert diese neue Ordnung spĂ€testens dort, wo der Mensch echten Beistandes bedarf. Geld ist nur von dieser Welt, der Sinn, den es stiftet, ist endlich.
Das, was als alte Ordnung dargestellt wird, scheitert aber ebenfalls. Der Sohn ist zwar von der Mutter erzogen, aber er scheitert daran, ihren Wertvorstellungen gerecht zu werden. Die Vettern schwören zwar auf die Blutsbande und bestehen darauf, dass „Art nicht von Art” lĂ€sst, doch im Kern ist ihre Definition von Blutsbande eine parasitĂ€re, der Jedermann bleibt allein, sobald es gefĂ€hrlich werden könnte. – Doch ist dies tatsĂ€chlich die „alte Ordnung”, die man am Anfang des neuen Jahrhunderts wiederherstellen sollte? Wieso kommen Gott (der im theologischen Sinne Ă€hnlich problematisch dargestellt ist wie z. B. der wettende Gott im Faust) und sein Gegenspieler, der Teufel (in gĂ€nzlich un-christlichem Sinn „ein”, nicht „der”), dabei so schlecht weg? Ist der Jedermann ein religionskritisches StĂŒck? Weshalb aber bringt dann der Glaube die Rettung? Der Gott des Prologs ist der, den der Jedermann als schlagenden Strafenden beschreibt, er ist nicht der, den der Glaube als wohltĂ€tigen Erlöser verspricht, und doch siegt die Dankbarkeit fĂŒr den Erlöser ĂŒber das Bild, das das Publikum vom Strafenden bekommen hat. Logisch und zumal theologisch scheint dies gelinde gesagt „schwierig”. Was Hofmannsthal uns da als Ordnung zeigt, ist das, was als einfache Lösung im konservativen Lager angeboten wird. Er entlarvt die Verlogenheit der hier erzĂ€hlten Geschichte. Durch die tatsĂ€chliche Erlösung des Jedermann (der Teufel ist eine Witzfigur, die Erlösung, die die Seele aufnehmenden Engel sind keine) zeigt er die wahre konservative Ordnung auf, die (wieder) herzustellen ist: die Ordnung, die dem Menschen das Recht auf metaphysische Erfahrung lĂ€sst, und die jedes Individuum sowohl als solches, aber auch als Teil einer Einheit sieht, die grĂ¶ĂŸer ist als die Summe aller Menschen. Sowohl Entfremdung durch den Kapitalsgedanken, als auch Vereinnahmung durch ein vorgespieltes Nationalbewusstsein bedeuten Gefahr fĂŒr den modernen Menschen, da sie von außen und nur im Hier und Jetzt Bedeutung haben.

 

Das „innere Wesen” anzusprechen vermag dann die reine Kunst.

Kunst als reine Unterhaltung – was macht das zeitgenössische Kino heute? 


L’art pour l’art – zum Schimpfwort verkommen? 


Geld regiert die Welt – oder nicht? 


Blutsbande – 


Welches StĂŒck wĂ€re passender fĂŒr 2014 als der im Jahr Drei vor Ausbruch des ersten Weltkriegs geschriebene Jedermann?

Wenn ich in ElterngesprĂ€chen mit MĂŒttern und VĂ€tern ĂŒber die Rechtschreibprobleme ihrer Sprösslinge spreche, ergibt sich sehr hĂ€ufig (auf Beipackzetteln stĂŒnde da “mehr als 10 von 15” oder so) der gleiche Verlauf: Im GesprĂ€ch mit der institutionalisierten Rechtschreibung, dem hohen Priester der Orthographie, dem Deutschlehrer, machen die Eltern keinen Hehl daraus, dass sie Rechtschreibung fĂŒr ĂŒberlebenswichtig in dieser Welt halten. Selbst haben sie ja auch noch die schwere, aber “gute” alte Rechtschreibung gelernt. Und nun daddelt der Filius oder das liebe Töchterchen den ganzen Tag am Handy oder am Computer rum, schreibt nicht richtig (“nur so Dialekt-Dinger und gar keine richtigen Wörter”) und wundert sich dann ĂŒber die FĂŒnf im Diktat. Obwohl er doch nur noch diese Schwundrechtschreibung ohne Regeln können mĂŒsste. Es ist furchtbar.

Oft genug ist klar ersichtlich, dass in puncto Rechtschreibung der Hausfrieden zwischen Eltern und Kindern schon lĂ€nger außerordentich schief hĂ€ngt, und dass die Situation fĂŒr alle Beteiligten aussichtslos scheint. An dieser Stelle bitte ich die Eltern dann, die Bedeutung von “Rechtschreibung” mal anders zu sehen. Gemeinsam mit den Kindern sind wir uns alle einig, dass es schon schön ist, wenn auf einem Schulzeugnis immer die “1” als “sehr gut” bezeichnet ist, und nicht mal als “sehr gut”, mal als “ser gut” und mal als “sehr gud”, obwohl die alle doch gleich vorgelesen wĂŒrden, und obwohl die Leistung, die damit bezeichnet wird, doch immer die gleiche ist. Ähnliches gilt fĂŒr Schreiben vom Finanzamt und fĂŒr Knöllchen am Auto — ĂŒberall freuen wir uns darĂŒber, dass das Deutsch einheitlich geschrieben ist. Aber da hört es doch auch schon auf (“oder?”). Mein Beispiel — und Anlass fĂŒr diese Randnotiz — ist dann immer mein Einkaufszettel. Wenn ich da “kartoflen” schreibe statt “Kartoffeln”, dann bringe ich doch trotzdem “Grumbeere” mit nachhause. Hier hat Rechtschreibung ĂŒberhaupt keine Bedeutung, sie ist eben nicht “ĂŒberlebenswichtig” wie zu Beginn des GesprĂ€chs. (Dass ich den Eltern auch gerne beruhigend die StandardkonformitĂ€t von Chat-Deutsch-Wörtern und -Phrasen wie “ey alder” vor Augen fĂŒhre, das zumindest in unseren Breiten nie als “Ei Altar!” getippt wĂŒrde, und dass ich den Lernenden dann den Vorschlag mache, erstmal ihre eigenen Spielregeln zur Rechtschreibung zu machen, und dann einfach mit Anderen nach denen “im großen gelben Regelbuch” zu spielen, all das fĂŒhre ich vielleicht mal in einem eigenen Post aus, aber nicht hier.)

Nun ist mir heute ein fremder Einkaufszettel in die HĂ€nde (bzw. vor die FĂŒĂŸe) gefallen. Im wahrsten Sinn des Wortes, denn ich bin auf der Treppe draufgetreten. Noch linguistisch interessiert und wach vom Besuch der Jahrestagung am IDS diese Woche, habe ich ihn aufgehoben und archiviert, denn er belegt wunderbar meine kartoflen-These fĂŒr die Eltern. Ich möchte ihn hier transkribiert wiedergeben (den Scan traue ich mich aus rechtlichen GrĂŒnden nicht hier reinzustellen). Der Autor dieses Einkaufszettels hat mit Sicherheit auch nach dem Einkauf nicht Hunger gelitten, weil er einiges von seinem Zettel gar nicht im GeschĂ€ft fand, auch wenn die Haustiere bestens versorgt waren.

Brod
Wurst
Reiss [?]
Katzenfutter
Tabac
Prinzu [? was ist das, das Wort ist ziemlich klar leserlich…]
Eisbein
Senf
Katzenstreu

Und mit “Brod” ist sogar der alte Geheimrat nochmal aktuell geworden.

… zwei akute Aufgaben zur fortgeschrittenen Leseförderung

Inzwischen habe ich mich an das AlltagsgeschĂ€ft mit der Verantwortung fĂŒr eine Schulbibliothek gewöhnt und wage mich nun auch vor in kleine VerĂ€nderungen. Dass ich die bequemen Sessel und die Couch zusammengerĂŒckt und die Arbeitstische in den Arbeitsraum umgezogen habe, ist sicher keine Meldung in einem Blog wert, der von mehr als der schulinternen Öffentlichkeit gelesen werden soll. Ebenfalls nicht vermeldenswert ist sicher das Auftreiben eines runden Kaffeetisches fĂŒr die Leseecke und das Fehlen einer vernĂŒnftigen Garderobe.

Blogwert ist sicher ein kleines ,,Problem”, mit dem ich mich derzeit zum ersten Mal auseinandersetze, und das mir viel ĂŒber deutsche Literatur und vor allem deutsches LiteraturverstĂ€ndnis zeigt.
Vor ein paar Wochen habe ich damit begonnen, in der Bibliothek Wunschzettel auszulegen, auf denen die Leserinnen und Leser BĂŒcher bzw. Medien auffĂŒhren können, die sie interessieren, und mit denen sie gerne lesen wĂŒrden. Einige SchĂŒlerinnen (bislang tatsĂ€chlich ausschließlich MĂ€dchen, gerade so, als ob sie ein gewisses Rollenbild bestĂ€tigen wollten) haben diese Wunschzettel bereits angenommen und haben mir gesagt, was sie gerne lesen möchten. Die Überraschung hĂ€tte nicht kleiner, der Effekt nicht grĂ¶ĂŸer sein können. Sie wollen, außer mehr Harry Potter (ja, uns fehlen tatsĂ€chlich noch zwei deutsche BĂ€nde in unserer Sammlung), vor allem Horrorliteratur lesen. FĂŒr eine Generation, die mit Potter, Eragon und Tintenblut groß geworden ist, ist dies wahrlich keine Überraschung und wohl auch eine Art Erwachsenwerden im Literaturgeschmack.  Nun möchte ich ja sehr gerne diesen MĂ€dchen eine vernĂŒnftige Auswahl an dem, was sie lesen möchten, bieten. Vielleicht ist es der Anglist in mir, der ĂŒberhaupt kein Problem “whatsoever” darin sieht, eine anspruchsvolle Bibliothek mit einer Abteilung ,,Horror” zu versehen, das deutsche Umfeld ist hier aber nicht sehr frei von Vorurteilen. Wir haben keine “gothic novel”, wir haben ,,Romantik”, und das kann ich nun wirklich nicht auf ein Regal schreiben, von dem ich mir erhoffe, dass es jugendliche Leser beider Geschlechter gleichermaßen dazu einlĂ€dt, ihren Lesegeschmack auf bereits begonnen Wegen weiterzuentwickeln, oder? Die Akzeptanz eines solchermaßen beschrifteten Regals bei den erwachsenen Lesern und Nutzern der Schulbibliothek wĂ€re allerdings völlig gegeben, sie wĂŒrden sich mit jeder SchĂŒlerin und jedem SchĂŒler freuen, die sich aus dieser Sammlung bedienten (nur, dass sie genau das ja nicht alle tĂ€ten, s.o.). Bei der Beschriftung mit ,,Horrorliteratur” ginge es mir genau umgekehrt, die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler wĂŒrden die Regalmeter leerlesen, unter den gerĂŒmpften Nasen der Erwachsenen.

Aufgabe 1: Finde eine Überschrift fĂŒr die Sammlung, die alle zusammenbringt, statt sie zu trennen.

Optimist, der ich bin, gehe ich davon aus, dass ich die Beschriftung bzw. Klassifizierung dieser neu anzulegenden Sammlung allgemeinvertrĂ€glich hinbekomme. Bleibt nun noch die Frage, was denn in diese Sammlung aufzunehmen ist. Was das 19. Jahrhundert angeht, habe ich keine großen Schwierigkeiten, da kann ich mit E. T. A. Hoffmann und Jeremias Gotthelf schon schön anfangen und zweisprachig mit Poe weitermachen. Die jungen Leser werden aber sicher zuerst zu Namen greifen wollen, die ihnen nicht unbedingt ,,nur” aus dem Schulunterricht bekannt sind. Also aus dem spĂ€teren 20. Jahrhundert Stephen King lesen wollen. Einige seiner Romane und Kurzgeschichtensammlungen gehören sicherlich zu dem, was man in Deutschland ,,Weltliteratur” nennt. Ihm zur Seite gehört unbedingt als potentielle Neuentdeckung fĂŒr die jungen Lesenden Clive Barker, dessen Gesamtwerkt bislang unbedingt als ,,große Kunst und Literatur” zu bewerten ist.
Aber welche deutschen Schriftsteller kann ich hier noch mit aufnehmen? Ich will ja gerade weg vom Jugend-Fantasyroman hin zur Erwachsenenliteratur. Welche deutschen Autoren des Phantastischen sind geeignet, den Lesegeschmack der Horrorsucher zu bilden? Kann ich wirklich davon ausgehen, dass Georg Klein eine grĂ¶ĂŸere Leserschaft findet? (So sehr ich mir das fĂŒr diesen außerordentlichen Autor, dessen Texte ich regelrecht verschlinge, wĂŒnschen wĂŒrde, so wenig sehe ich grĂ¶ĂŸere Mengen SchĂŒler sich vergnĂŒgt durch etwa ,,Libidissi” lesen.)
Sollte einer meiner geneigten Leser hier gute Ideen fĂŒr das Ausstatten meines neuen ,,Horrorregals” haben, bin ich fĂŒr Literaturhinweise außerordentlich dankbar.

Aufgabe 2: Finde deutsche (und andere) Horrorliteratur, die hohen literarischen AnsprĂŒchen genĂŒgt, und die fĂŒr junge Leser zugĂ€nglich ist.

For the past years, the Facharbeit was a good way for pupils in Rhineland-Palatinate to collect some more credit points for their Abitur. Some might save the entire business of finishing school with a degree, some might “just” improve their final marks, but all spend some time on a propaedeutic project. One aspect of this pre-academic work is to learn to stick to important, if self-sufficient rules like style-sheets. As the Facharbeit has not really survived the most recent changes in requirements for Abitur (the Besondere Lernleistung, something like a full-grown term-paper, has taken its position), I might take the oportunity to revise my style sheet. However, my current pupils are in need of a valid version, and so I have decided to publish the Facharbeit-version here for general reference, and possibly for suggestions on where to leave the 20th century behind. As soon as I have come up with a more up-to-date version, I shall write a quick post here outlining the modernizations and offering the new document for general use.

 

Style_Sheet_Gutmann_LK_EN

Offenbar sind die AusfĂŒhrungen des rheinland-pfĂ€lzischen Datenschutzbeauftragten, die an die Schulen des Landes gingen, hĂ€ufig tatsĂ€chlich als “Facebookverbot” fehlinterpretiert worden. Unser Ministerium hat eine Klarstellung veröffentlicht (die ich leider auf der Internetseite des Ministeriums nicht finden kann, daher erlaube ich mir die Verlinkung zum Philologenverband).

PresseerklÀrung des MBWWK

Meine Referenzpost zu diesem Nachtrag

Seit Montag dieser Woche herrscht in Rheinland-Pfalz Aufregung um die Aussage, dass das zustĂ€ndige Ministerium den Lehrerinnen und Lehrern verboten habe, Facebook zu nutzen, oder auf Facebook mit SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern befreundet zu sein, oder mit SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern “befreundet” zu sein, oder Facebook als Lernplattform zu nutzen, oder….. Es herrschte schlichtweg ein großes Chaos an Interpretationen. Ein kleiner Streifzug durch die “Deutungshoheit” der Medien hier in Linkform:

http://www.preikschat.de/2013/10/rheinland-pfalt-verbietet-lehrern-facebook-kontakte/

http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/rheinlandpfalz/rheinlandpfalz/Heute-im-Trierischen-Volksfreund-Das-sind-die-neuen-Facebook-Regeln-fuer-Lehrer-in-Rheinland-Pfalz;art806,3680256

http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article121087420/Lehrer-Schueler-Kontakt-auf-Facebook-verboten.html

http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-10/facebook-lehrer-schueler

http://www.fr-online.de/panorama/facebook–duerfen-lehrer-facebook-freunde-sein–,1472782,24750998.html

http://www.focus.de/politik/deutschland/rheinland-pfalz-setzt-verbot-durch-lehrer-schueler-kontakt-auf-facebook-ist-tabu_aid_1135537.html

(Gerne kann man weiter stöbern, wie unterschiedlich die Medien diese Informationen aufbereitet haben, z.B. ĂŒber Google News , hier natĂŒrlich unter Aufgabe jeglicher eigener PrivatsphĂ€re😉 )

Inzwischen herrscht aber immer mehr Klarheit, was denn in Rheinland-Pfalz mit “Facebook-Verbot fĂŒr Lehrer” gemeint ist. Die heute aktuellste Pressemitteilung des Landesbeauftragten fĂŒr den Datenschutz in Rheinland-Pfalz findet sich hier, die entsprechenden Texte, die ich oben genannt habe, sind auf der Seite verlinkt: http://www.datenschutz.rlp.de/de/presseartikel.php?pm=pm2013102101

TatsĂ€chlich dĂŒrfen wir Facebook nicht fĂŒr dienstliche Zwecke nutzen.
Das durften wir aber noch nie, da bei “dienstlichen Zwecken” immer schĂŒtzenswerte personenbezogene Daten involviert sind, und deren Verwaltung und gar Austausch unterliegen sowieso dem Landesdatenschutzgesetz und sind durch diverse Verwaltungsvorschriften im Schuldienst klar geregelt. Notenbekanntgabe, Telefonnummern- und Adressenaustausch und all die Dinge waren und sind also sowieso auf Facebook nicht legal.

Besondere dienstliche Zwecke im engen Rahmen der Organisation von Unterricht und Schulalltag gibt es natĂŒrlich ausnahmsweise auch einmal ohne Bezug zu schĂŒtzenswerten Daten, so zum Beispiel beim Verteilen von ArbeitsblĂ€ttern, beim Verabreden von Treffpunkten bei Wandertagen, oder bei der Information ĂŒber ausfallende oder verschobene Stunden. Diese dienstlichen Zwecke stehen allerdings stets in einem Pflichtzusammenhang (die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler mĂŒssen etwas tun, bzw. zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort sein…), haben also den Charakter einer Vorschrift. Solche Vorschriften und Verpflichtungen können wir als Lehrer nur in AusĂŒbung unseres Amtes den SchĂŒlern in ihrer Funktion als SchĂŒler unserer Klasse/Lerngruppe/Schule erteilen. Dies setzt natĂŒrlich voraus, dass alle SchĂŒlerinnen und SchĂŒler die gleiche Möglichkeit haben, die Vorschrift zu erhalten. Daher sind solche Vorschriften generell in einem Rahmen zu erteilen, in dem Lehrer und SchĂŒler eindeutig “im Dienst” sind. FĂŒr SchĂŒlerinnen und SchĂŒler, die zu dem Zeitpunkt z.B. krankheitsbedingt fehlen, gibt es detaillierte Vorschriften und Verabredungen an jeder Schule, sodass sichergestellt ist, dass jeder SchĂŒler stets ĂŒber alle dienstlichen Informationen zu seiner Klasse/Lerngruppe/Schule informiert ist. So pratktisch es klingen mag, derartige Informationen ĂŒber Facebook zu verbreiten, ist es doch immer schon klar gewesen, dass a) Facebook eine private Veranstaltung ist, bei der zumindest die SchĂŒler nicht “im Dienst” sein mĂŒssen, und dass b) die Lehrkraft keinen SchĂŒler und keine SchĂŒlerin dazu zwingen kann, sich ein Facebook Konto anzulegen (wohingegen die Schule aber durchaus einen schwĂ€nzenden SchĂŒler von der Polizei in die Schule bringen lassen kann, wo er dann “seinen Dienst als SchĂŒler” antritt).

Über die urheberrechtlichen Aspekte, die z.B. das elektronische “Verteilen” einer kommerziell erworbenen Kopiervorlage betreffen, muss man an dieser Stelle also schon gar nicht mehr nachdenken.

Bleibt die Frage des angemessenen Umgangs zwischen Lehrperson und SchĂŒlerin bzw. SchĂŒler. Hier liegen die grĂ¶ĂŸeren Probleme. TatsĂ€chlich neigen wir alle nĂ€mlich dazu, in der informellen Welt von Facebook und ChatrĂ€umen auch informelle Sprache der NĂ€he zu verwenden. Die ist natĂŒrlich zwischen Lehrern und SchĂŒlern unangebracht und muss vermieden werden. Allerdings ist auch hier das Problem nicht neu, denn wenn Lehrer und SchĂŒler im selben Ort wohnen und ihre Freizeit in denselben Einrichtungen und LokalitĂ€ten verbringen, kommt es doch auch schon im “RL” hĂ€ufig genug vor, dass man im Restaurant am Nachbartisch sitzt, oder dass man beim Oktoberfest im selben Bierzelt feiert, … Diese privaten Zusammetreffen mussten Lehrer und SchĂŒler immer schon “meistern”, ohne dass es “Bierzeltverbote fĂŒr Lehrer” oder “Verbote zum Besuch von Tanzlokalen” gab. Facebook ist ein großes virtuelles Bierzelt.

Wir können also ganz getrost sagen, dass dankenswerterweise vom Ministerium und dem Landesdatenschutzbeauftragten Papiere an die Schulen gegangen sind, in denen schon lang geltendes Recht am Beispiel Facebook in Aktion gezeigt wird. Die Handlungsempfehlungen sind Hilfestellungen, wie man die praktischen Vorteile einer einfach zu bedienenden Internetplattform wie Facebook in rechtlich unbedenklichem Umfeld nutzen kann, und sie zeigen plastisch auch Möglichkeiten zum Fehlverhalten auf und weisen somit auf Gefahrenpotentiale hin.