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Monthly Archives: February 2014

… zwei akute Aufgaben zur fortgeschrittenen Leseförderung

Inzwischen habe ich mich an das Alltagsgeschäft mit der Verantwortung für eine Schulbibliothek gewöhnt und wage mich nun auch vor in kleine Veränderungen. Dass ich die bequemen Sessel und die Couch zusammengerückt und die Arbeitstische in den Arbeitsraum umgezogen habe, ist sicher keine Meldung in einem Blog wert, der von mehr als der schulinternen Öffentlichkeit gelesen werden soll. Ebenfalls nicht vermeldenswert ist sicher das Auftreiben eines runden Kaffeetisches für die Leseecke und das Fehlen einer vernünftigen Garderobe.

Blogwert ist sicher ein kleines ,,Problem”, mit dem ich mich derzeit zum ersten Mal auseinandersetze, und das mir viel über deutsche Literatur und vor allem deutsches Literaturverständnis zeigt.
Vor ein paar Wochen habe ich damit begonnen, in der Bibliothek Wunschzettel auszulegen, auf denen die Leserinnen und Leser Bücher bzw. Medien aufführen können, die sie interessieren, und mit denen sie gerne lesen würden. Einige Schülerinnen (bislang tatsächlich ausschließlich Mädchen, gerade so, als ob sie ein gewisses Rollenbild bestätigen wollten) haben diese Wunschzettel bereits angenommen und haben mir gesagt, was sie gerne lesen möchten. Die Überraschung hätte nicht kleiner, der Effekt nicht größer sein können. Sie wollen, außer mehr Harry Potter (ja, uns fehlen tatsächlich noch zwei deutsche Bände in unserer Sammlung), vor allem Horrorliteratur lesen. Für eine Generation, die mit Potter, Eragon und Tintenblut groß geworden ist, ist dies wahrlich keine Überraschung und wohl auch eine Art Erwachsenwerden im Literaturgeschmack.  Nun möchte ich ja sehr gerne diesen Mädchen eine vernünftige Auswahl an dem, was sie lesen möchten, bieten. Vielleicht ist es der Anglist in mir, der überhaupt kein Problem “whatsoever” darin sieht, eine anspruchsvolle Bibliothek mit einer Abteilung ,,Horror” zu versehen, das deutsche Umfeld ist hier aber nicht sehr frei von Vorurteilen. Wir haben keine “gothic novel”, wir haben ,,Romantik”, und das kann ich nun wirklich nicht auf ein Regal schreiben, von dem ich mir erhoffe, dass es jugendliche Leser beider Geschlechter gleichermaßen dazu einlädt, ihren Lesegeschmack auf bereits begonnen Wegen weiterzuentwickeln, oder? Die Akzeptanz eines solchermaßen beschrifteten Regals bei den erwachsenen Lesern und Nutzern der Schulbibliothek wäre allerdings völlig gegeben, sie würden sich mit jeder Schülerin und jedem Schüler freuen, die sich aus dieser Sammlung bedienten (nur, dass sie genau das ja nicht alle täten, s.o.). Bei der Beschriftung mit ,,Horrorliteratur” ginge es mir genau umgekehrt, die Schülerinnen und Schüler würden die Regalmeter leerlesen, unter den gerümpften Nasen der Erwachsenen.

Aufgabe 1: Finde eine Überschrift für die Sammlung, die alle zusammenbringt, statt sie zu trennen.

Optimist, der ich bin, gehe ich davon aus, dass ich die Beschriftung bzw. Klassifizierung dieser neu anzulegenden Sammlung allgemeinverträglich hinbekomme. Bleibt nun noch die Frage, was denn in diese Sammlung aufzunehmen ist. Was das 19. Jahrhundert angeht, habe ich keine großen Schwierigkeiten, da kann ich mit E. T. A. Hoffmann und Jeremias Gotthelf schon schön anfangen und zweisprachig mit Poe weitermachen. Die jungen Leser werden aber sicher zuerst zu Namen greifen wollen, die ihnen nicht unbedingt ,,nur” aus dem Schulunterricht bekannt sind. Also aus dem späteren 20. Jahrhundert Stephen King lesen wollen. Einige seiner Romane und Kurzgeschichtensammlungen gehören sicherlich zu dem, was man in Deutschland ,,Weltliteratur” nennt. Ihm zur Seite gehört unbedingt als potentielle Neuentdeckung für die jungen Lesenden Clive Barker, dessen Gesamtwerkt bislang unbedingt als ,,große Kunst und Literatur” zu bewerten ist.
Aber welche deutschen Schriftsteller kann ich hier noch mit aufnehmen? Ich will ja gerade weg vom Jugend-Fantasyroman hin zur Erwachsenenliteratur. Welche deutschen Autoren des Phantastischen sind geeignet, den Lesegeschmack der Horrorsucher zu bilden? Kann ich wirklich davon ausgehen, dass Georg Klein eine größere Leserschaft findet? (So sehr ich mir das für diesen außerordentlichen Autor, dessen Texte ich regelrecht verschlinge, wünschen würde, so wenig sehe ich größere Mengen Schüler sich vergnügt durch etwa ,,Libidissi” lesen.)
Sollte einer meiner geneigten Leser hier gute Ideen für das Ausstatten meines neuen ,,Horrorregals” haben, bin ich für Literaturhinweise außerordentlich dankbar.

Aufgabe 2: Finde deutsche (und andere) Horrorliteratur, die hohen literarischen Ansprüchen genügt, und die für junge Leser zugänglich ist.

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For the past years, the Facharbeit was a good way for pupils in Rhineland-Palatinate to collect some more credit points for their Abitur. Some might save the entire business of finishing school with a degree, some might “just” improve their final marks, but all spend some time on a propaedeutic project. One aspect of this pre-academic work is to learn to stick to important, if self-sufficient rules like style-sheets. As the Facharbeit has not really survived the most recent changes in requirements for Abitur (the Besondere Lernleistung, something like a full-grown term-paper, has taken its position), I might take the oportunity to revise my style sheet. However, my current pupils are in need of a valid version, and so I have decided to publish the Facharbeit-version here for general reference, and possibly for suggestions on where to leave the 20th century behind. As soon as I have come up with a more up-to-date version, I shall write a quick post here outlining the modernizations and offering the new document for general use.

 

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